Bin ich ein Zombie?
Unser Ich ist eine aus Bausteinen unseres bewussten Erlebens bewerkstelligte Konstruktion. Wahrnehmung, Gedächtnis und Fokussierung auf das eigne kognitive Subjekt sind die Eckpfeiler dieser Konstruktion. Unser Hirn verarbeitet die relevanten Wahrnehmungsreize und speichert sie ab, indem diese mit dem bereits vorhandenen Gedächtnisinhalt abgeglichen werden. Dies ist beständige Arbeit - top-down (Informationsstrom aus dem Gedächtnis) und bottom-up (Informationsstrom aus den Sinneswerkzeugen) wird ständig gewerkelt im Hirn. Aus dieser Hirntätigkeit emergiert das bewusste Erleben.
Das ist biologische Informationsverarbeitung auf hohem Niveau. Die Frage ist nur, warum wir diese Arbeit bewusst erleben. Was ist der Vorteil davon? Wir könnten als (philosophische) Zombies rumlaufen, das gleiche tun, was wir tun, aber es nicht ichhaft erleben und somit auch nicht reflektieren. Wir hätten eben einfach gar kein Ich.
Erleben Tiere bewusst oder sind sie Zombies? Niemand kann darauf eine befriedigende Antwort geben. Jedenfalls ist tierisches Bewusstsein für Menschen sprachlos.
Es gibt Philosophen, wie Daniel Dennett, die der Auffassung sind, nicht nur Tiere, sondern auch wir Menschen, seien in Wirklichkeit so etwas wie Zombies. Qualiaeliminativismus nennt er das - vielleicht die radikalste Form des philosophischen Materialismus. Diese These schlägt der alltäglichen Erfahrung genauso ins Gesicht wie der Solipsismus am anderen Ende der philosophischen Spielarten.
Da es sich beim Ich aber um ein Konstrukt, basierend auf der fortwährenden Hirnaktivität handeln muss, hat dieses immaterielle Ich - oder anders gesagt: der Bedeutungsgehalt des neurophysiologischen Korrelats dieser Konstruktion - keine Entsprechung in der Realität. Ein Ich ist objektiv nirgends gegeben, sondern wird laufend konstruiert, ist mithin eine permanente Baustelle, oder ein Modell, oder eine Simulation.
Das ist im Kern das Gleiche wie Buddha schon vor langer Zeit gesagt hat: Es gibt kein Ich. Wir bilden es uns nur ein.
Doch die Konstruktion einer virtuellen Einheit namens Ich geschieht zwangsläufig auf der Basis der oben beschriebenen Hirnaktivität. Sie ist dem Menschen Natur. Eigentlich kann er gar nicht anders, als diese Emergenz, diese Baustelle - die er der Evolution verdankt - als seinen Kern, sein Ich, begreifen.
Die Zombie-Philosophie und etwas abgeschächt auch die Infragestellung des freien Willens erschüttern in den letzten Jahren das Selbstverständnis der Menschen, die sich diesen Themen stellen.
Die Überwindung des egozentrischen, aber dennoch natürlichen Bewusstseinsmechanismus, die Loslösung von der Illusion des Ichs, bringt nach Buddha Freiheit, höchstes Glück und das Verschwinden im Nirvana.
Das ist biologische Informationsverarbeitung auf hohem Niveau. Die Frage ist nur, warum wir diese Arbeit bewusst erleben. Was ist der Vorteil davon? Wir könnten als (philosophische) Zombies rumlaufen, das gleiche tun, was wir tun, aber es nicht ichhaft erleben und somit auch nicht reflektieren. Wir hätten eben einfach gar kein Ich.
Erleben Tiere bewusst oder sind sie Zombies? Niemand kann darauf eine befriedigende Antwort geben. Jedenfalls ist tierisches Bewusstsein für Menschen sprachlos.
Es gibt Philosophen, wie Daniel Dennett, die der Auffassung sind, nicht nur Tiere, sondern auch wir Menschen, seien in Wirklichkeit so etwas wie Zombies. Qualiaeliminativismus nennt er das - vielleicht die radikalste Form des philosophischen Materialismus. Diese These schlägt der alltäglichen Erfahrung genauso ins Gesicht wie der Solipsismus am anderen Ende der philosophischen Spielarten.
Da es sich beim Ich aber um ein Konstrukt, basierend auf der fortwährenden Hirnaktivität handeln muss, hat dieses immaterielle Ich - oder anders gesagt: der Bedeutungsgehalt des neurophysiologischen Korrelats dieser Konstruktion - keine Entsprechung in der Realität. Ein Ich ist objektiv nirgends gegeben, sondern wird laufend konstruiert, ist mithin eine permanente Baustelle, oder ein Modell, oder eine Simulation.
Das ist im Kern das Gleiche wie Buddha schon vor langer Zeit gesagt hat: Es gibt kein Ich. Wir bilden es uns nur ein.
Doch die Konstruktion einer virtuellen Einheit namens Ich geschieht zwangsläufig auf der Basis der oben beschriebenen Hirnaktivität. Sie ist dem Menschen Natur. Eigentlich kann er gar nicht anders, als diese Emergenz, diese Baustelle - die er der Evolution verdankt - als seinen Kern, sein Ich, begreifen.
Die Zombie-Philosophie und etwas abgeschächt auch die Infragestellung des freien Willens erschüttern in den letzten Jahren das Selbstverständnis der Menschen, die sich diesen Themen stellen.
Die Überwindung des egozentrischen, aber dennoch natürlichen Bewusstseinsmechanismus, die Loslösung von der Illusion des Ichs, bringt nach Buddha Freiheit, höchstes Glück und das Verschwinden im Nirvana.
tom-ate - 24. Okt, 17:29


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