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Bevölkerungswachstum ohne Grenzen?

Nicht nur in Ländern der Dritten Welt wächst die Bevölkerung ins Ungesunde. Auch hier, mitten in Europa, wie dieser Beitrag zeigt:


26. Februar 2009, 10:20; Letzte Aktualisierung: 14:38
Wir sind 7,7 Millionen
Schweizer Bevölkerung wächst rasant

Die Schweizer Bevölkerung ist im vergangenen Jahr so stark gewachsen wie noch nie seit 1963. Die Zunahme betrug 106'700 Personen oder 1,4 Prozent. Damit lebten Ende 2008 in der Schweiz 7'700'200 Personen.

Diese Zahl umfasst die Schweizer Staatsangehörigen sowie alle ausländischen Staatsangehörigen mit Ausnahme der Personen mit Kurzaufenthaltsbewilligungen sowie der Asylbewerber. Zählt man diese Kategorien auch noch dazu, kommt die Schweiz auf 7,8 Millionen Einwohner.

Zwei Gründe

Die markante Zunahme der ständigen Wohnbevölkerung hat gemäss Angaben des Bundesamtes für Statistik (BFS) zwei Gründe: Erstens die gute Wirtschaftslage während des grössten Teils des Jahres 2008 und zweitens die Einführung der vollen Personenfreizügigkeit gegenüber 17 EU- und den EFTA-Mitgliedsländern per 1. Juni 2007.

Mehr als 85 Prozent des Wachstums sind auf Migrationen zurückzuführen. Der Wanderungssaldo (Einwanderungen abzüglich Auswanderungen) führte zu 55'800 neuen Einwohnern. Der Statuswechsel ausländischer Personen, die zuerst mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung in die Schweiz gekommen waren, steuerte weitere 35'700 Personen bei.

Den Rest von 15'200 Personen machte der Geburtenüberschuss (Geburten abzüglich Todesfälle) aus. Überdurchschnittliche Zuwachsraten verzeichneten die Kantone Zürich, Aargau, Schwyz, Luzern, Zug, Freiburg, Waadt, Wallis und Genf.

(sda/bosl)


Bevölkerungswachstum in der Schweiz

Dazu noch etwas Tomatensaft:

Auch vergleichsweise moderat wachsende Populationen können sich ökologisch deutlich negativ auswirken, wenn es sich, wie im Falle der Schweizer um Zeitgenossen handelt, die durchschnittlich über vergleichsweise große Ressourcen verfügen. Viele Ressourcen kurbeln ihrerseits die Bedürfnisspirale an.

Ein Schweizer mehr auf der Welt verbraucht das x-fache an Rohstoffen und Energie eines zusätzlichen Äthiopiers und hinterlässt das x-fache an Müll.

Wir sind das Problem, nicht die andern.
Noah (Gast) - 27. Feb, 18:34

Idee?

Würdest du daraus ein Regelungsbedürfnis herleiten, oder setzt du auf menschliche Einsichtsbefähigung, oder stellst du das nur fest?

Übrigens Willkommen auf meiner Blogroll.

tom-ate - 27. Feb, 21:36

Schritte...

Meine Thesen und Feststellungen sollen schon nicht einfach so stehen bleiben. Geplant sind bald weitere Thesen zu Interventionsmöglichkeiten. Aber noch ist es nicht soweit. Ich möchte hier erst noch ein Weilchen Bestandesaufnahme betreiben und dabei möglichst viele Aspekte integrieren.

Noch ein paar Gedanken zur menschlichen Einsichtsfähigkeit:

Im Prinzip könnte ein einzelner Mensch dank unserer heutigen Informationsmöglichkeiten recht viel Einsicht in die Komplexität unserer Existenz gewinnen. Doch dem steht das Millionen Jahre alte, im Gehirn fest verdrahtete Lustprinzip entgegen. Einsichten, die schmerzlich und beschämend wären oder gar den Verzicht auf den Verbrauch von Ressourcen nahe legen würden, werden fast schon gesetzmässig verdrängt. Und was das Bevölkerungswachstum angeht: Wer könnte sich den dem zugrunde liegenden Verhaltensprogrammen wirklich entziehen (immerhin gibt es Verhütungsmittel...)? Die Evolution formt primär Geschöpfe mit hohem Selbstwert, keine ständigen Zweifler. Letztere pflanzen sich ganz klar weniger effizient fort. Insofern sind wir leider so etwas wie eine Gesellschaft von Manikern und folglich wird Realismus als Pessimismus denunziert.

Und Gesellschaft als Ganzes, als System mit Steuermechanismen verlangt natürlich soweit Einsichtsfähigkeit der Steuermänner und -frauen, als dass Staatsgebilde wenigstens auf kurze Zeithorizonte hin funktionieren müssen. Dies ist eine beachtliche Systemleistung basierend auf menschlicher Intelligenz, aber angesichts der globalen Herausforderungen kaum genügend.

Insofern, denke ich, ist die menschliche Einsichtsbefähigung ziemlich begrenzt.

Ideen zur Therapie/Optimierung/Steuerung unserer "manischen Gesellschaft" sind hier übrigens sehr willkommen.
Noah (Gast) - 28. Feb, 12:01

Hering Mensch

Ja, für großformatige Veränderungen lässt sich nicht auf die Summe individueller Einsichtsfähigkeiten bauen.

Näherungsweise lässt sich im Hinblick auf gesellschaftliche Verhaltensveränderung vielleicht das Schwarmverhalten heranziehen. Die Ökologie-Welle der 80er Jahre,die Ökonomie-Welle der 90er Jahre, das Klimawandelbewusstsein der 00er Jahre waren/sind Richtungsänderungen des Schwarms, aber keine tiefgreifenden, stabilen Bewusstseinserweiterungen der Menschheit (wenn auch entsprechende Auswirkungen daraus erwachsen könnten). Der moderne Mensch ist unter seinen Designer-Klamotten noch immer der Steinzeitmensch. Schon Konrad Lorenz wies darauf hin, dass der Verstand die Emotionen nicht wirklich im Griff hat, und das gilt auch für Eigenschaften wie Gier, Bequemlichkeitsbestreben, Zugehörigkeitsverlangen, usw.

Wesentlich wird sein, einen stabilen, dauerhaften und durchgreifenden Kulturwandel herbeizuführen. Frühe Prägung der Individuen und ein entsprechender Rahmen lässt die/uns Heringe dann in anderen, vielleicht saubereren Gewässern schwimmen.

tom-ate - 30. Mrz, 13:13

Schwarmverhalten

Ich stimme Dir – nach langer Bedenkzeit ;-) – 100% zu.

Der Kulturwandel müsste tiefgreifend sein. Noch schwimmt der Schwarm einfach dem billigsten Futter hinterher.

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